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Zeitreisen
Wie haben Beethoven oder Chopin ihre eigenen Werke eigentlich gedacht und gespielt?
Leider kann ich Beethoven nicht mehr persönlich fragen – nicht, dass er dazu viel Lust gehabt hätte...
Aber es gibt einen genialen Kompass: Die ältesten Tonaufnahmen der Musikgeschichte.
Die ersten Tondokumente von Liszt-Schülern helfen mir enorm auf die Sprünge. Franz Liszt war schliesslich der Musterschüler von Carl Czerny – und Czerny wurde direkt von Beethoven höchstpersönlich unterrichtet!
Über diese direkte Traditionslinie atmen die historischen Aufnahmen noch den echten Geist der Wiener Klassik.
Eine solche Spurensuche befreit die Musik vom Staub der Jahrhunderte. Sie zeigt mir, wie unkonventionell, spontan und lebendig die Meisterwerke wohl gemeint waren.
Genau diese Frische will ich heute zurück auf die Bühne bringen.
Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.
GUSTAV MAHLER
Einspielungen
Dem Instrument zuhören
MEIN ZUGANG ZUM HAMMERKLAVIER
Das Musizieren auf historischen Klavieren ist für mich immer wieder ein Abenteuer. Ich höre auf das Instrument und lasse mir von ihm erzählen, wo seine Grenzen liegen.
Da alte Instrumente vorwiegend aus Holz, noch ohne gusseisernen Rahmen gebaut wurden, sind sie weitaus verletzlicher als moderne Klaviere.
Um alle Finessen und Nuancen herauszubringen, muss ich wissen, in welchem Rahmen ich mich bewegen kann – ein bisschen wie ein feinfühliger Masseur, der zuerst herausfindet, wie viel Druck er anwenden kann.
Manchmal bin ich sofort im Einklang mit dem Flügel. Ein anderes Mal braucht es Geduld, um sein Wesen zu verstehen.
Wenn es gelingt, dem Instrument seine schönsten Töne zu entlocken, schlägt mein Herz schneller. Wenn das Instrument und ich uns aufeinander verlassen können, fängt die Musik an zu atmen und zu sprechen.
Erst im Konzert, wenn der Funke auch auf Publikum und Orchester überspringt, erwacht die Musik wirklich zum Leben.


Klaviersammlung
Die Sammlung besuchen
Die historischen Instrumente sind nicht dazu da, um nur herumzustehen, sie wollen gespielt, gehört und erlebt werden.
Deshalb öffne ich meine Sammlung in Langnau am Albis (Zürich) für alle Musikbegeisterten: Ich biete Unterricht auf historischen Hammerflügeln an und führe Gruppen sowie Privatpersonen durch diese faszinierenden Klangwelten.
Bei exklusiven Privatkonzerten und öffentlichen Loftkonzerten wird die Klaviergeschichte lebendig.
© Els Biesemans 2026










